NZZ Montagsklischee «Cola hilft gegen Bauchweh»

Bei Übelkeit und Bauchschmerzen helfen Cola und Salzstangen. So weit der Mythos. Inwieweit können das Süssgetränk und das Knabbergebäck wirklich gut für den Magen sein?

Bei der Behandlung von Magen-Darm-Problemen ist vor allem wichtig, viel Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich zu nehmen. «Die Annahme, Cola sei gut bei Bauchschmerzen, ist falsch», sagt die Zürcher Ernährungsberaterin Daniela Schneider. Cola sei vor allem aufgrund des hohen Zucker- und Koffeingehalts keine Hilfe.

Cola ist für Erwachsene bei Magen-Darm-Beschwerden nicht unbedingt schädlich, schreibt das Onmeda-Ärzteteam auf Beobachter.ch. Gerade für Kinder und Ältere sei Cola aber keine gute Idee, heisst es dort. Auch Säfte seien eher kontraproduktiv bei der Flüssigkeitsaufnahme. Der hohe Zuckeranteil solcher Getränke fördere gerade auch die bei Durchfall ohnehin schon gesteigerte Wasserabgabe aus dem Körper ins Darminnere. «Besser, man trinkt bei Magen-Darm-Erkrankungen viel Tee, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Fenchel- oder Kamillentee sind empfehlenswert. In eine Tasse Tee sollte man eine Prise Salz und etwa zwei Teelöffel Traubenzucker geben, um ein optimales isotonisches Getränk herzustellen», empfiehlt die Ernährungsberaterin Daniela Schneider.

Denn der Körper brauche, wenn er viel Flüssigkeit verliere, vor allem eines: Salz. Wer auf Reisen ist, dem empfiehlt Schneider, Elektrolytpäckchen mitzunehmen, die sich gut im Wasser auflösen lassen. So bekomme der Körper schnell die Mineralien zurück, die er verloren habe.

Ein weiterer Mythos besagt, Salzstangen seien die optimale Ernährung bei Magenproblemen. Das kann Schneider bestätigen. «Salzstangen sind eine gute Möglichkeit, bei einem rumorenden Magen etwas zu sich zu nehmen. Leicht verdaubare Kohlenhydrate und Salz sind eine gute Mischung. Wer wenig Lust auf Salzgebäck hat, der kann Zwieback essen. Auch Haferschleimsuppe oder Weissbrot sind neutrale, gute Kohlenhydratspender», so Schneider.

Beitrag von NZZ, Alexandra Kohler, 16.11.2014, Hier geht es zum original Artikel

Ursprünglich ein «Stärkungsgetränk»
Cola wird im Volksmund oft als Wundermittel betrachtet. Es wecke müde Gemüter, und helfe gegen Übelkeit. Cola war ursprünglich als «Stärkungsgetränk» vorgesehen. Der experimentierfreudige amerikanische Arzt und Apotheker John Smith Pemberton aus Atlanta experimentierte mit vielen Zutaten und Gewürzen, bis er einen medizinischen Wein entwickelte, der seiner Meinung nach gut für die Verdauung war, «Energie vermittelte» und «Muskeln und Nervensystem stärkte». Als die Prohibition in Kraft trat, nahm er als Grundlage für sein Coca- Getränk Sodawasser – Coca-Cola war geboren.

2018-09-24T18:00:05+00:00

Hinterlassen Sie einen Kommentar